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Burg Bischofstein

Auf der linken Moselseite liegt hinter Hatzenport in Richtung Cochem gegenüber der Ortschaft Burgen die Burg Bischofstein in halber Bergeshöhe auf einer nach drei Seiten schroff und steil abfallenden Felskuppe. Der strategisch günstige Standort bergseits geschützt durch einen tiefen Graben  eignete sich gut zur Anlage einer Burgfeste, deren Besatzung die Aufgabe hatte, den wichtigen Moselübergang zu sichern. Im Mittelalter unternahmen Raubritter vom Hunsrück aus durch das Tal des gegenüber der Burg in die Mosel mündenden Baybachs ihre Raubzüge. Sie hatten es auf das fruchtbare Maifeld und die auf der Mosel fahrenden Kähne der Kaufleute abgesehen. Vielen Raubrittern der Burg Waldeck, der Burgen Eltz, Schöneck und der Ehrenburg bei Brodenbach und deren Waffenknechten sowie anderen Heckenreitern und Strauchdieben rückte der Bischof mit aller Strenge zu Leibe, um im Land Ruhe und Ordnung zu schaffen. In dieser Zeit war die Burg Bischofstein ein starker Hort für die Bauern, Winzer, Fischer und Schiffer.

Im Jahre 1121 kaufte der Probst Godefried, Chorbischof von Trier und späterer Dechant von Karden, das Gut des Ritters Lancechin, zu dem auch die Stelle gehörte, an der jetzt die Burg stehen, und schenkte es der Kirche zu Karden. Im Jahre 1259 begann dann der Erzbischof Amold 11. von Trier mit dem Bau der Burg. Im Jahre 1273 vollendete der Archidiakon Heinrich von Bolanden den Bau und machte die Burg im gleichen Jahre dem Erzstift Trier zum Geschenk. In den folgenden Jahrzehnten blieb die mittelalterliche Trutzfeste im Besitz der Kurfürsten, zugleich Erzbischöfe zu Trier, die hier wie auch die Archladiakone von Karden, oft Erholung von ihren Amtsgeschäften suchten. Zur Zeit der Raubkriege des französischen Königs Ludwig XIV. schossen Kanonen die Baulichkeiten Bischofsteins, wahrscheinlich im Jahr des großen Burgensterbens 1689, zusammen. Nach notdürftiger Iristandsetzung verwüsteten dann Truppen der französischen Revolutionsarmee erneut die Burg. Am 19. September 1803 versteigerte dann die Regierung Napoleons die Burgruine mit 3 Hektar Wild und Wiesenland zum Preis von Frs. 330 (ca. 83 Taler). Der Erlös fiel an die französische Staatskasse.

Im Jahre 1933 erwarb der wohlhabende Bankier Erich Deku aus Darmstadt die Ruine, der dann mit dem allerdings mehr zeitgemäßen Wiederaufbau als Wohnburg begann. 1938 ging die Burg in den Besitz der Trierer Industriellen Familie Neuerburg über, die sie im Jahre 1954 an die Stadt Krefeld verkaufte, die sie bis jetzt als Landschulheim für das naturwissenschaftliche Fichte Gymnasium nutzt. Neben dem Rittersaal als Gemeinschaftsraum stehen noch genügend Schlafräume für 2 Schulklassen zur Verfügung.

Die mächtige Burganlage ist auf drei Terrassen gebaut. Auf der oberen erhebt sich der 30 Meter hohe mittelalterliche Bergfried. Am Felsrand auf der Südecke steht die nach teilweiser Zerstörung im ursprünglichen spätgotischen Stil wieder aufgebaute Burgkapelle. Daran stößt nördlich der Pallas. Vom Vieleck der unteren Terrasse führt eine Treppe zum oberen geräumigen Burghof. Um die gesamte Anlage zieht sich eine Ringmauer.

Herrlich ist die Sicht von der oberen Terrasse der Burganlage bis weit ins Moseltal und über die waldreichen Höhen des Hunsrücks bis zum Soonwald.

Hinweis: Burg Bischofstein ist nur am Tag des offenen Denkmals sowie zu einigen wenigen kulturellen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geöffnet.

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